BARBARA KOLDEHOFF

Geboren 1951. Mutter von drei Kindern, lebt und arbeitet als klassische Homöopathin in Bad Iburg bei Osnabrück. Schreibt spirituelle Lyrik.

Veröffentlichungen u. a. in den Anthologien „Laute Stille Zeit“ (2010), „Brückenflower“ (2010), „Häuser des Lichts“ (2011), „Ein Klang“ (2011) und „Ein Wort gibt das andere“ (2011).

Weiße Magnolien

An der alten Kirche im Dorf
ist der weiße Magnolienbaum erblüht

Einem Spiel auf der Harfe
gleicht seine Blütenpracht im Wind

Und zärtlich wiegt die Windgöttin
in seiner Krone ein junges Elfenkind

 

Warten auf dich

In meiner Herzensstube
hab‘ ich’s schön gemacht für dich

und bis du kommst
schick‘ ich den Duft von Rosen

 

Liebe

Bevor ich dich kannte
lächeltest du mir entgegen
spieltest mit dem Wind in meinem Haar
berührtest meine Hände und mein Herz

Du Liebe

 

Geborgensein

In meinen Armen möchte ich Dich halten
wie eine Mutter ihr Kind

Die Gedanken zur Ruhe wiegen,
dass Dein Herz wieder singt

Von Regentropfen erzählen
und Dich grüßen vom Mond

Aus Hoffnung einen Kranz dir binden
für ein sicheres Lebensboot.

 

Vogelspur

Vogelspur fein und filigran
wie Federzeichnungen

Gleich einer Kette von Ornamenten
verläuft sie im Schnee

Einen Augenblick nur –
dann nimmt der Wind sie fort mit zum Tanz
und schenkt sie den Feen und Elfen
als Schmuck für den Liebeskranz

 

Geschenk

Eine goldene Spange möcht‘ ich dir schenken von
Rosen und Engelhaar

und deiner Liebe gedenken,
die du mir schenkst Jahr für Jahr

für dein Singen im Haus und das Lachen von dir

für unsere Wege zum alten Baum
und das Träumen mit dir

für den Glanz der Sonne in deinem Haar
und das Kleid, mit dem du dich schmückst für mich

für das Geschenk auf meinem Tisch
mit Vergissmeinnicht

 

Der Zitronenfalter

Die Schönheit seines Kleides gleicht
reifen Zitronen und Teerosen

Jeder Flügelschlag
ein Augenblick

Seine Berührung
ein Hauch von Zärtlichkeit

Seine Botschaft
Vergänglichkeit und neues Leben

 

Segenswünsche

Sei gesegnet von den Sternen
und behütet von unserem Mond

Mögen der Sonne Strahlen
wärmen Dein Lebensboot

Auch bitt‘ ich den Wind
mit dem silbernen Haar

Dir Zeit zum Träumen zu schenken
immerdar

 

Bitte

Wir betreten Heiligtümer
Ozeane tragen uns in verborgene Reiche
Wälder und Meere nähren uns
Prachtvolle Teppiche werden ausgebreitet
Gold und Silber schmücken uns
Brot und Wasser können uns veredeln
Die Schöpfung wurde uns anvertraut
Wir haben ihr Herz verwundet

Mögen unsere Gebete,
unsere Wiedergutmachung,
unser Dank und unsere Liebe
die stille Umarmung
und die Bitte um Barmherzigkeit
das Herz der Schöpfung heilen.